Transistion Towns

#03 Transition Projects

Unter dem Motto „Einfach. Jetzt. Machen. In Bewegung kommen“ haben sich viele Initiativen und neue Lebensformen entwickelt.
Eine nachhaltige Entwicklung ist für die Zukunft der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung und steht deshalb im Zentrum öffentlicher und akademischer Auseinandersetzungen frei nach dem Motto „Klimawandel ist Systemwandel“. Fest steht, dass wir uns im Zeitalter befinden, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.

Transition und Transformation

Bislang hat die Erde sich über Milliarden von Jahren evolutionär von selbst weiterentwickelt, es gibt also eine naturbedingte Evolution und eine von Menschen gemachte. Wir glauben, dass es vielen Leuten gar nicht so klar ist, dass wir diesen Planeten gerade in einer Art und Weise beeinflussen, die alles total unberechenbar macht. Was sind schon 1,5 Grad Erderwärmung denken sich möglicherweise viele Menschen auf diesem Planeten, die Wissenschaft oder die Natur wird es schon richten. Weit gefehlt, denken da die Anderen und kommen so langsam in Bewegung und stellen ihren Lebensstil um.

„Die schärfste Waffe, die wir als „Verbraucher“ haben, ist der Geldbeutel. Wir könnten den Markt komplett vor uns hertreiben, wenn wir vor Inbetriebnahme des Geldbeutels das Gehirn einschalten würden. Wir haben ja die Wahl, wenn wir z.B. vor einem Regal stehen, dann können wir uns entscheiden, ob wir konventionellen Kaffee kaufen oder ein Fair-Trade- und/oder Bio-Produkt. Bei Klamotten ist es genauso, auch da kann man fair einkaufen. Oder eben auch nicht, weil die Textilien unter katastrophalen sozialen und Umweltbedingungen produziert wurden“, sagt Hannes Jaenicke bei einem n-tv-Interview für den neuen Dokumentarfilm, den er vertont hat. Dieser Film „Die Epoche des Menschen„startet am 10.09.2020 in den Kinos.

Die Botschaft lautet ganz klar:

Wir müssen nur in Bewegung kommen!
Wir müssen uns entfalten!
Wir müssen Eigeninitiative ergreifen!
Wir müssen Verantwortung übernehmen!

Schauen wir uns mal drei Bewegungen an

Occupy-Bewegung

Die meisten Protestbewegungen werden durch einen Mangel an Vertrauen ausgelöst – in den Staat und seine Behörden, in Polizei und Justiz, in Parlamente und Regierungen, in Wirtschaftsunternehmen und nicht zuletzt in Banken und Börsen. Das gilt in verschärfter Weise auch für 2011. Die weltweit von Millionen empörter Menschen zum Ausdruck gebrachten Occupy-Proteste sind offene Misstrauenserklärungen gegenüber einem aus den Fugen geratenen internationalen Finanzsystem und den Regierungen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Entgrenzung immer weiter vorangetrieben haben.

Die Occupy-Bewegung lässt sich vor allem als eine Anklage und als ein Hilferuf verstehen, der mittlerweile um den ganzen Erdball geht. Das wichtigste Signal, das von den Protest-Camps ausgeht, lautet:
Seht her, das habt Ihr mit uns gemacht!

Der Verlust von Vertrauen stand auch am Beginn der Occupy-Bewegung.
Es war eine Misstrauenserklärung, die sich ebenso gegen ein entfesseltes Finanzsystem richtete wie gegen dessen zunehmend unkontrollierten Einfluss auf die Politik. Es ging also maßgeblich auch um die Demokratie.
Der sogenannten freien Marktwirtschaft und ihren Institutionen mangelt es offenbar immer mehr am dafür nötigen Vertrauen. Die ultimative Orientierung am Eigeninteresse, von dem die Gemeinschaft angeblich insgesamt profitieren soll, hat zugleich auch die Bedingungen des Vertrauens untergraben. 
Dinge wiederholen sich, wie es der aktuelle Wirecard-Skandal aufdeckt.
Es werden Luftschlösser gebaut und die Kontrollorgane wie die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) haben da wohl nicht richtig hingeschaut oder wollten nicht richtig hinschauen. Auch hier zeigt sich wieder ein großer Vertrauensverlust.

Fridays for future

Ganz klar, ja. Wir setzen auf die neue, junge Generation. Die haben längst mehr kapiert als wir.
Fridays for Future ist eine globale und soziale Bewegung ausgehend von Schülern und Studierenden, welche sich für möglichst umfassende, schnelle und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen einsetzen, um das auf der Weltklimakonferenz in Paris 2015 im Weltklimaabkommen beschlossene 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen noch einhalten zu können. Obwohl das Coronavirus den Klimaschutz aus den Schlagzeilen verdrängt hat bleiben die Aktivisten von „Fridays for Future“ hartnäckig und wollen was ändern – und streiken online. Für sie ist die Krise Herausforderung und Chance zugleich. Wir finden, dass wir Stolz sein können auf diese nachfolgenden Generationen, die ihre Stimme erheben und die Zukunft lebenserhaltender gestalten wollen. Liest man den Bericht vom WWF über den living-planet-report 2020 wird einem Angst und Bange. „Wälder brennen, Feuchtgebiete trocknen aus, Eismassen schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Wir kennen diese Bilder und empfinden instinktiv: Da läuft was falsch. Das darf nicht sein. Unsere Eindrücke und die Bilder aus den Medien decken sich mit dem, was die Wissenschaft konstatiert. Auch die 13. Ausgabe des WWF Living Planet Reports belegt dies: Der Verlust setzt sich fort. Alles expandiert, nur die biologische Vielfalt nimmt ab.
Der globale Living Planet Index 2020 (https://www.wwf.de/living-planet-report) zeigt einen durchschnittlichen Rückgang von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen um 68 Prozent zwischen 1970 und 2016.“


Transition-Bewegung

„Die Transition-Idee ist 2005 mit dem Impuls entstanden, den öko-sozialen Wandel einfach selbst in die Hand zu nehmen! Diese Idee hat sich mittlerweile in über 50 Ländern verbreitet, in Tausenden von Gruppen, in Städten, Dörfern, Universitäten, Schulen.
Das Herz der Transition-Bewegung ist die Gemeinschaft. Es sind Gruppen, die mit positiven Ideen und konkreten Projekten auf die großen Heraus-
forderungen unserer Zeit antworten. Im gemeinschaftlichen Handeln liegt Kraft für Veränderung. Wir schöpfen unsere Kraft auch aus einer neuen Kultur des Miteinanders, der Verbindung mit uns selbst, mit anderen und der Natur.
Transition Initiativen sehen aber auch, dass wir ein anderes Verständnis von Wirtschaft und von Arbeit entwickeln müssen. Sie experimentieren mit neuen Unternehmensformen und knüpfen Unterstützer-Netzwerke.“

Ein gutes Buch: „Einfach Jetzt Tun“– dafür hat Rob Hopkins geschrieben und auch darin eine klare Definition für Transition Bewegung gegeben: Eine gemeinsame Entwicklung zu erschaffen mit den Zielen: Krisenfestigkeit und der Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Dieses haben wir auch schon im letzten Blogbeitrag definiert und hier ist sozusagen die mögliche Umsetzung dieser Ideen.

In diesem Video beschreibt Rob Hopkins wie ein Dorf diesen Übergang in Bewegung gesetzt hat. Ein deutsches Beispiel dafür ist der Ort Grafing in Bayern. Hier eine Reportage des bayrischen Rundfunks dafür.

Die Komplexität einer Veränderung folgt auch den typischen Veränderngsschritte typischer Change Prozesse:

Motivation, Bildung der Community, Start, Umsetzung, Widerstand und Schwierigkeiten, Innere Veränderungen und Ressourcenumverteilung. Zieleerreichung und Reflexion. All diese Bereiche können an typisch menschlichen Themen scheitern. Kommunikationsfähigkeiten werden immer wichtiger und das Thema Verbundenheit in Gemeinschaft ebenso. Das ist unsere Zukunft und dafür müssen wir aus der Komfortzone heraus, bevor es nicht mehr anders geht.

Jedes Transition Projekt braucht dazu einen Zweck, der Menschen eint und auf den gemeinsamen Weg bringt. Der immer stärker werdende Druck durch klimatische Veränderungen weckt die Menschen auf. Man sucht Gleichgesinnte und je mehr erfolgreiche Beispiele von Initiativen es gibt, desto mehr werden der Idee folgen. Daher ist es wichtig, dass die Projekte funktionieren.

Eine gute Übersichtsseite der deutschsprachigen Transsition Bewegungen findet man auf folgender Webseite:

https://www.transition-initiativen.org/


Shownotes

Allgemein: Hier Bücher kaufen ist auch nachhaltiger – buch7.de

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