Ökologischer Fußabdruck

#02 Nachhaltig konsumieren

Heute gehen wir ein Thema an, dass kontroverser nicht sein kann. Denn unter dem Begriff nachhaltig konsumieren versteht jeder etwas anderes. Und jeder meint für sich den richtigen Weg gefunden zu haben. Dabei geht es um kein geringeres Ziel als die 0% Emission, wenn wir unsere Welt retten wollen. Und weniger verbrauchen. Denn wir nehmen mehr als uns zusteht. Der Earth Overshoot Day ist der Tag, an dem wir die Ressourcen der Erde aufgebraucht haben und Schulden bei der Natur machen. Dieses Jahr haben die Organisatoren des Global Footprint Network, die Corona-Krise einkalkuliert und den 22. August 2020 errechnet. Seitdem leben wir wieder einmal auf Pump.

Bereits im Februar 2016 hat das Bundeskabinett ein „Nationales Programm für nachhaltigen Konsum“ beschlossen und damit auf die Bundesweite Kampagne zu den Nachhaltigkeitszielen: „Die Glorreichen 17“ für nachhaltige Entwicklung reagiert, mit der der UN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York die universelle Dringlichkeit dieses Themas unterstrichen hat. Es erscheint unstrittig, dass gerade unser Konsumverhalten zu Lasten nachfolgender Generationen ausgerichtet ist. Das Programm der Bundesregierung adressiert insgesamt sechs Konsumbereiche, die das größte Potential für eine Umstellung bieten: Mobilität, Ernährung, Wohnen und Haushalt, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit.

Hier die gesamten Nachhaltigkeitsziele der UN, wie 2017 beschlossen. Sie geben einen groben Rahmen dafür; doch die Umsetzung im täglichen Leben braucht eine Umstellung von jedem von uns.

Nachhaltigkeit ist möglicherweise genau das Gegenmodell zu dem Leben, welches wir aktuell heute führen. Wir dürfen eben nur so viele Ressourcen verbrauchen, dass der Erhalt der Welt, unsere Mutter Erde, langfristig gesichert bleibt. Nachhaltigkeit betrifft daher jeden Zusammenhang in der Lebensführung und im Wirtschaften. Sie bedeutet einen radikalen Wertewandel, alternative Handlungsoptionen, stetige Veränderung und letztlich die einzige Chance für das Überleben der Menschheit.
Ziel des nachhaltigen Konsums ist, das „gute“ Leben für alle ohne Greenwashing und ohne erhobenen Zeigefinger!

Wo wir anfangen, unsere Konsumgewohnheiten nachhaltiger zu machen, das liegt ganz bei uns selbst und unseren Möglichkeiten. Nur anfangen müssen wir, sonst ist es wirklich zu spät. Nachhaltigkeit ist ein Prozess, bei dem sich die Herausforderungen und Themen stetig weiterentwickeln – genauso wie unsere Lebenssituation. Bewusstes Handeln und Denken steht hier an oberster Stelle, und all dies will gelernt sein.

Auswirkungen auf das Klima

Wenn man nach Kriterien sucht, dann helfen die CO2-Fußabdrücke der einzelnen Lebensmittel. Da ist an allererster Stelle auf jeden Fall der Fleischkonsum zu nennen und auch die meisten tierischen Produkte. Die ist hauptsächlich auf den Bedarf an Weideflächen für Tiere und deren Nahrung zurückzuführen. Eine kleine Übersicht gibt es bei folgender Quelle: https://www.wwf-jugend.de/blogs/6289/6574/klima-wende-wie-unsere-ernahrung-das-klima-beeinflusst

Warum ist nachhaltiger Konsum wichtig?

Unser Konsum, egal ob er Lebensmittel, Mode, Haushalt oder Mobilität betrifft, geht oft zu Lasten von Umwelt und Menschen in anderen Ländern. Wer nachhaltig konsumiert, beachtet soziale und ökologische Aspekte bei Kauf und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen.

Das bedeutet, bewusster, anders und gelegentlich auch einfach weniger zu kaufen. Wer insgesamt weniger konsumiert, hat oft eine bessere Umweltbilanz. Unsere Konsummuster sind dann nachhaltig, wenn wir nachfolgenden Generationen die Chance geben, ihren Lebensstil frei zu wählen.

Was ist das Ziel für nachhaltigen Konsum?

Möchtest Du gesund leben, fair und sozial handeln, die persönliche Klimabilanz verbessern, Natur und Umwelt schützen?
Der Nachhaltige Warenkorb https://www.nachhaltiger-warenkorb.de/siegel/ bietet Lösungen. Er informiert zu allen relevanten Themenbereichen des Konsums: Essen und Trinken, Mode und Pflegeprodukte, Wohnen und Haushalt, Energie und Elektronik, Renovieren und Bauen, Reisen und Mobilität, Shoppen und Bestellen, Spielen und Schenken, Sparen und Finanzen.

CO2-Fußabdruck

Kennst Du eigentlich Deinen persönlichen CO2-Fußabdruck? Er zeigt, wie klimaschädlich ein Mensch lebt. Dazu wird berechnet, wie viel CO2 durch Deinen Konsum ausgestoßen wird – durch die Herstellung der Kleidung, die Du kaufst, Dein Ess- und Reiseverhalten und so weiter. Die deutsche Volkswirtschaft hat seit Beginn der Industrialisierung mit fast fünf Prozent an der globalen Erderwärmung teilgehabt. Jeder Mensch in Deutschland verursacht pro Jahr fast zehn Tonnen CO2-Emissionen (Stand 2018). Das ist fast doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Schon um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen ist eine Reduktion auf unter zwei Tonnen pro Kopf notwendig . Jede und Jeder kann aktiv werden, um dieser Entwicklung entgegenzutreten. Du kannst daher Deine CO2-Bilanz berechnen und findest Deinen Ansatzpunkt für Veränderungen, zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes.

Wähle selbst, an welcher Stelle Du Deinen CO2-Fußabdruck reduzieren möchtest. Besonders effektiv sind Änderungen in den Bereichen Energie (z. B. Häuser dämmen), Mobilität (z. B. Flugreisen und Kreuzfahrten vermeiden) und Ernährung (z. B. weniger Fleisch essen). Wenn Du herausfinden möchtest, welchen Einfluss Dein persönlicher Lebensstandard auf das Klima hat, kannst Du mit diesem einfachen CO2-Rechner Deinen persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen und wertvolle Einspartipps erhalten, wie Du Deine Klimabilanz im Alltag senken kannst.

Was kann also jeder einzelne von uns tun?

Tatsächlich sind es ganz einfache Schritte, die jeder von uns gehen kann, um den eigenen Konsum nachhaltiger und bewusster zu gestalten. Natürlich heißt das für uns, insgesamt weniger zu konsumieren, und sich vor jedem Kauf zu vergewissern, ob man die angebotene Ware tatsächlich benötigt. Indem Waren besser gepflegt werden, kann man ihre Nutzungsdauer verlängern. Der Trend geht inzwischen auch dazu, Dinge nicht wegzuwerfen, die nicht mehr benötigt werden, sondern sie zu tauschen. Auch das „Upcycling“, also der Wiedergebrauch von Produkten in anderer Form oder die Reparatur von Kleidungsstücken und elektrischen Geräten ist für viele Verbraucher ein denkbarer Schritt zu einem nachhaltigeren Konsum. Das ist immer mehr in aller Munde (hier sogar beim ZDF) Doch auch hier muss die Industrie mitziehen und im Sinne einer Kreislaufwirtschaft stärker in die Möglichkeit zur Wiederverwendung nicht mehr benötigter Produkte über Recycling investieren.
Nach jüngsten Umfragen können sich etwa 71 Prozent der Verbraucher vorstellen, ab sofort verstärkt in den in sogenannten Unverpackt-Läden einzukaufen und auf diese Weise überflüssiges Verpackungsmaterial zu sparen. Auch wenn die aktuellen Hygienegesetze hier immer noch recht restriktiv sind, akzeptieren aber inzwischen immer mehr „normale“ Supermärkte auch selbstmitgebrachte Behältnisse. Ohnehin sollte besonders bei Lebensmitteln die Devise lauten, maßvoller zu konsumieren und nur das zu kaufen, was wir auch tatsächlich benötigen. Gerade in diesem Bereich ist die Verschwendung leider immer noch enorm. Auf globaler Ebene aber brauchen wir natürlich viel innovativere Ansätze, um die stetig wachsende Weltbevölkerung nachhaltig ernähren zu können.
Der britische Thronfolger Prinz Charles, der sich seit Jahrzehnten für Nachhaltigkeit und mehr Umweltbewusstsein einsetzt, hat im Januar dieses Jahres auf dem Gipfel in Davos für nachhaltige Märkte plädiert und auch von den Unternehmen ein verantwortungsvolleres Verhalten gefordert. Die global erfolgreichen Digitalunternehmen hätten seiner Meinung nach gezeigt, wie schnell und erfolgreich sich die Wirtschaft wandeln kann. Ein wirklich nachhaltiger Konsum kann also nur funktionieren, wenn am Ende alle etwas dafür tun: die Politik, die Unternehmen und wir Verbraucher.

Geben Siegel Orientierung?

Welche Produkte sind aber tatsächlich „besser“ und sollten vom Konsumenten im Sinne der Nachhaltigkeit bevorzugt werden? Auch zu dieser Frage gibt es viel Diskurs und wenig Sicherheit. In der Theorie ermöglichen Umwelt- und Sozialsiegel eine Orientierung und zeigen dem Verbraucher an, ob ökologische und soziale Aspekte bei der Produktion berücksichtigt worden sind.

Doch neben den relativ anerkannten Fairtrade- und Biosiegeln existieren eine Vielzahl weiterer Siegel, und dies zudem streng nach Branchen getrennt. Eine Vergleichbarkeit ist also nur bedingt gegeben. Manche von ihnen sind allerdings von den Unternehmen selbst kreiert worden und haben damit wenig Aussagekraft. Um in diesem Informationsdschungel für mehr Klarheit zu sorgen, hat die Bundesregierung das Portal www.siegelklarheit.de geschaffen, über das sich Verbraucherinnen und Verbraucher über Siegel in ausgewählten Industriezweigen informieren können.Mit dem „Grünen Knopf“ ist kürzlich von Gerd Müller, dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das erste staatliche Gütesiegel in der Textilindustrie eingeführt worden. Das Siegel hat sich zum Ziel gesetzt, verbindliche Anforderungen zu setzen, damit Mensch und Umwelt in diesem problematischen Bereich stärker geschützt werden.

Neu denken

Die besondere Herausforderung: Nachhaltigkeit betrifft jeden Zusammenhang in der Lebensführung und im Wirtschaften. Sie bedeutet einen radikalen Wertewandel, alternative Handlungsoptionen, stetige Veränderung und letztlich die einzige Chance für das Überleben der Menschheit. Nachhaltigkeit kann auf der Mikroebene betrachtet werden und umfasst dann Sie persönlich, Ihre Familie und Lebensumstände oder auch ein einzelnes Team.

True Cost Encounting

Wenn wir uns so umschauen, dann ist es klar, dass wir als Verbraucher auch dazu beitragen, Umwelt zu zertören, wenn wir uns nicht über die Gesamtkosten eines Produkts informieren. Die True Costs sind ein wichtiger Ansatzpunkt. Jedes Unternehmen und jede Produkt sollte danach beurteilt werden und dann kann der Verbraucher entscheiden, ob er das billige will und damit seine Umwelt zerstört, oder aber den vollen Preis und damit nachhaltig wirtschaftet. Das Problem ist allerdings, dass keiner bisher diese Gelder steuern kann und die Gefahr, dass es nur zur Kapitalbildung führt, sehr groß ist. Wir warten, wie es sich entwickelt und berichten in einem anderen Blog mal ausführlicher.


Unsere Mission

Als Coaches und Berater unterstützen wir Organisationen und Einzelpersonen dabei , eine eigene Annäherung an das Thema Nachhaltigkeit zu finden – authentisch und individuell. Dabei möchten wir das Potenzial, das Wissen und den Veränderungswillen aller Beteiligten nutzen, um die jeweils ganz eigene Geschichte der Organisation und des Individuums zu berücksichtigen. Wir wollen den Blick auf das Mögliche und Machbare richten, hinzu zu neuen Denkweisen und Handlungen.

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